Form submitted successfully, thank you.

Error submitting form, please try again.

Siemens 40 stunden Vertrag

Da Siemens mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Osteuropa drohte, stürzte die mächtige IG Metall bei einem heiligen Thema ab: der 35-Stunden-Woche. Dies könnte der Beginn eines Trends zu längeren Arbeitszeiten für Arbeitnehmer in ganz Deutschland sein. Die Entscheidung der IG Metall-Beschäftigten, längere Arbeitszeiten zu akzeptieren, signalisiert eine deutliche Kehrtwende in einem bisher heiligen Thema, der 35-Stunden-Woche. Die Grenze war ein hart erkämpfter Sieg für die mächtige Gewerkschaft, die nach einem siebenwöchigen Streik 1984 gegründet wurde. Die Gewerkschaft IG Metall, die die Siemens-Beschäftigten vertritt, hat sich am Donnerstag mit der Geschäftsführung geeinigt. Im Gegenzug für eine zweijährige Garantie, die Arbeitsplätze nicht zu verlagern, und dem Versprechen, zusätzliche 30 Mio. EUR (36,4 Mio. USD) in die Fabriken zu investieren, erklärten sich die Arbeitnehmer bereit, weitere fünf Stunden pro Woche ohne zusätzliche Bezahlung zu arbeiten. Dadurch steigt die Gesamtzahl der Wochenstunden von 35 auf 40. Nun, da die IG Metall nachgegeben hat, dürften andere nachziehen und einen Trend zu längeren Arbeitszeiten im ganzen Land auslösen, sagen viele Experten. Mitarbeiter der Deutschen Bahn, Daimler Chrysler und Beamte verhandeln noch in diesem Jahr über neue Arbeitsverträge. Der Präzedenzfall im Siemens-Fall wird zweifellos das Ergebnis beeinflussen.

Die Experten sind sich uneins, ob das gut ist. Arbeitszeitanpassung: Siemens-Beschäftigte arbeiten jetzt mehr für den gleichen Lohn. Hagen Lesch, Arbeitsexperte am Kölner Institut für Wirtschaftsforschung, sieht das Ergebnis positiver. “Ich hoffe, dass es der Beginn eines Trends ist”, sagte Lesch der DW-WORLD. “Natürlich ist es gut, wenn es Arbeitsplätze in Deutschland sichert. Die Verlängerung der Wochenarbeitszeit ist ein hervorragendes Instrument, um die Produktionskosten in Deutschland zu senken — und sicherzustellen, dass deutsche Firmen international wettbewerbsfähig sind.” Deutschland will obligatorische COVID-19-Tests, während Schwedens Beschränkungen so gut wie nicht existieren: Die EU-Reisevorschriften sind heutzutage kompliziert. Welche Regionen sind ein hohes Risiko und wer setzt die Standards? Die deutschen Arbeitskosten sind die höchsten in der Europäischen Union, eine Tatsache, die der Aufmerksamkeit der CEH-Chefs nicht entgangen ist. Unternehmen müssen Kosten senken, sagen Führungskräfte, oder sie haben keine andere Wahl, als Arbeitsplätze an einen anderen Ort zu verlagern. Im März empfahl sogar Ludwig Georg Bauer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, deutschen Unternehmen, ihre Produktion in osteuropäische Niedriglohnländer zu verlagern. In den letzten Jahren hat der Industriegigant 35.000 Arbeitsplätze im Rahmen eines Plans zur Senkung der Personalkosten um 30 Milliarden Dollar gestrichen.

Share